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Prinz Pi
„In einer Zeit, wo fast jeder zuerst an sich selbst denkt, oder auch überhaupt nicht denkt, ist es umso wichtiger Menschen zu helfen.“

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Über Prinz Pi

Die Schule bleibt für viele von uns die größte Hölle, die das Leben parat hält. Der einzige Trost ist die gute alte Dreigruppenregel: Jene, die auf dem Schulhof den Ton angeben, haben am letzten Schultag den besten Teil ihres Lebens oft schon hinter sich. Das ist die erste Gruppe. Dann gibt es die Leute, die nichts in Frage stellen, alles brav mitmachen und von Anfang an das Spiel spielen, das die Gesellschaft vorgibt: sie werden normal, erfolgreich, also langweilig. Und schließlich sind da die Eckensteher und Sonderlinge. Leute, die sich erst zurechtfinden müssen in diesem absurden happy-sad-Ding namens Leben. Die Fragen haben und Antworten verlangen – und deshalb von Anfang an ein bisschen mehr über alles nachdenken als andere, nur eben nicht so viel über Mathe und Physik. Manchmal denken sie auch zu viel nach, aber diesen Leuten – der dritten und natürlich interessantesten Gruppe – verdanken wir einige der größten Werke aus Kunst, Musik und Literatur. Jene zuvor Ausgestoßenen und Missverstandenen fangen nach der Schule überhaupt erst richtig an zu leben – sofern sie es irgendwie schaffen, mit dem ganzen Scheiß, der uns umgibt, irgendwie umzugehen, ein Ventil zu finden.

Yours truly Friedrich Kautz aka Prinz Pi gehört natürlich zur letzten Gruppe, eh klar. Zehn Jahre nach dem Abitur bin ich wieder der unbeliebte Junge mit der Kackfrisur, rappt er unter anderem in Rebell ohne Grund (Kompass Reprise), jenem Track, mit dem sein neues Album Im Westen Nix Neues nach dem kurzen monologischen Intro Vorzimmer BB beginnt. Pi-Experten erkennen hier natürlich direkt einen Link zum letzten Album Kompass Ohne Norden. Das Werk des Prinz Pi ist eine fortschreitende Geschichte mit etlichen Seitensträngen, Nebenhandlungen und roten Fäden. Ein Kontinuum, in dem ein Element das andere ergänzt, aber gleichzeitig jedes neue Album unverrückbar für sich selbst und die Zeit, in dem es entstand, steht. Und diesmal gab es eine Menge zu erzählen!

Eines muss man allerdings nicht mehr allzu ausführlich erzählen. Die Geschichte ist bekannt – oder sollte dies zumindest sein. Prinz Pi war bei Royal Bunker und hat Kommunikationsdesign studiert. Er ging in Steglitz aufs Gymnasium und unter dem Nick Prinz Porno sprayen. Er rappte mit Frauenarzt, Frank Zander und Adel Tawil und engagierte sich in Tansania gegen Aids und in Berlin für Obdachlose. Er gründete eine Familie und erreichte, losgelöst von Plattenfirmenzwängen, mit eigenem Team und auf eigene Rechnung, mit den letzten beiden Alben die Spitze der deutschen Charts. Es ist also alles andere als leicht: Dieser Mann lässt sich nicht in jenes klischierte Korsett zwängen, das der denkfaule Teil der sogenannten Medien für HipHop-Künstler mit Vorliebe parat hält.

Viel interessanter: Was war da jetzt vor Im Westen Nix Neues eigentlich los? Mit Anfang, Mitte 30 blicken die meisten von uns zum ersten Mal zurück. Was ist aus unseren Träumen geworden, was aus jenen, die wir früher kannten? Und vor allem: Sind wir zu denen geworden, die wir werden wollten? Fragen wie diese verhandelt Pi unter anderem in Werte: „Die alten Hardcore-Überzeugungen werden soft / Logo auf dem Lieblings-Shirt ist ausgeblichen, der Frage, wer wir sind ausgewichen“, rappt er da unter anderem.

Das Besondere – der Titel Im Westen Nix Neues verrät es bereits – ist jedoch, dass es Pi mit beeindruckender Leichtigkeit gelingt, derartig individuellen Graswurzel- und Befindlichkeitsüberlegungen ein universelles Moment angedeihen zu lassen. „Als ich angefangen habe, für das Album zu schreiben, ging es darum, eine Gesellschaftsbetrachtung anzustrengen,«, sagt er. »Ich wollte unseren modernen Lifestyle hinterfragen, die westliche Lebenswelt. Allerdings immer von mir selbst ausgehend.“

Global denken, lokal handeln ist eigentlich ein Slogan aus der Mottenkiste der Ökobewegung, aber vielleicht ist es an der Zeit, ihn wieder hervorzukramen. Denn natürlich lässt sich das eine nicht vom anderen trennen, ist alles Handeln und Denken stets politisch.

Im Westen Nix Neues ist selbst für Prinz-Pi-Dimensionen ein reifes, hochsubstanzielles Album geworden, das in vorbildlicher Weise verdeutlicht, welch ein grenzüberschreitendes, freiheitliches Kommunikationsmedium HipHop inzwischen sein kann – wenn man den Mut und die Fähigkeiten besitzt, die Möglichkeiten dieser Musik maximal auszuschöpfen.

Allerdings zeigt das Werk auch, dass es nicht um schwarz oder weiß gehen sollte, nicht darum, das eine gegen das andere auszuspielen. Das Rap-Game ist 2015 so heterogen wie noch nie, ein unendlicher Kosmos, in dem der literarische Rap von Prinz Pi ebenso Platz hat wie der Strassen-Rap von Haftbefehl.

Generell ist Prinz Pi ein Getriebener. Sein Kopf ist praktisch immer in Bewegung, wenn er eine Idee hat, und ja – er hat sehr viele Ideen – wird sie festgehalten: Im Notizbuch, auf dem iPhone – oder in seinem Auto, das für derartige Zwecke extra mit einem Diktiergerät ausgestattet ist. Pi kann also während der Fahrt Eingebungen skizzieren und bekommt diese dann automatisch per E-Mail zugestellt.
Trotzdem verwendet er den daraus entstehenden Ideen-Wust nur äußerst selten. All die tausend Notizen sind nur die Vorbereitung für eine Albumproduktion. So richtig los geht es erst, wenn Stammpartner und -Produzent Biztram ein paar Skizzen vorbereitet hat. Das Studio ist für Pi eine abgeschlossene Kapsel, die auf ihn eine besondere Magie ausübt. Sobald er die Musik hört, kann er alles ausblenden, ihm kommen Gedanken, die er zu Hause, unterwegs oder ins sonstigen Situationen nie hätte, die Worte fließen nur so aus ihm heraus. „Ich mache so lange Musik“, sagt er, „inzwischen will ich wirklich nur noch die Quintessenz meiner Arbeit veröffentlichen, der Rest soll ungehört bleiben.“

Um Im Westen Nix Neues zu schreiben ist Pi Ende September für zwei Wochen nach Schweden gefahren, wo er sich in einer einsamen Blockhütte eingeschlossen hat. Dort hat er sogar mehr Songs geschrieben, als es letztendlich aufs Album geschafft haben. „Man weint um jeden Song, der nicht drauf kommt, wie um ein verlorenes Kind,“ sagt er. „Aber irgendwann fügt sich die optimale Mischung dann zusammen, es kommt der Tag, an dem man einfach spürt: Es ist fertig!“

Prinz Pi hörte während der Arbeit an Im Westen nichts Neues Roky Erickson und Father John Misty, vor allem aber ganz viel auf seinen Kopf. Denn in dem war eine Menge los: Er hatte Depressionen und war glücklich, private Probleme und Triumphe wechselten sich ab, es ging hoch und wieder runter und dann immer diese Grübelei! Erste kleine Midlife-Crisis, zerbrochene Beziehungen, neue Menschen, alte Menschen, seine Kinder: Es sind Geschichten aus dem Leben, nicht aus dem HipHop-Klischee-Baukasten.

Prinz Pi hat das große Talent, Probleme, die viele Leute kennen, in Zeilen kleiden zu können, die anderen wiederum bei der Bewältigung dieser Probleme helfen. Das gelingt, weil er mutig und stark genug ist, sein Herz auf den Tisch zu legen – und es nicht hinter Machoposen zu verbergen. „Die vielen Strophen sparen mir den Psychologen“, heißt es in Lösung / Gepäck. Nicht nur ihm, will man hinzufügen. „Eine Albumproduktion bedeutet jedes Mal, mich metaphorisch gesprochen selbst aufzuschneiden, den ganzen Ballast rauszuoperieren, und dann wieder zuzunähen – danach kommt die Heilung, zumindest für einen Moment.“ 


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