16. Dezember 2017 16 / Ein Wunsch von Jana Brandt von Ärzte ohne Grenzen

31 Tage / 31 Wünsche: Jana Brandt, Operational Advisor für Ärzte ohne Grenzen in Berlin über ihren Wunsch für unsere Gesellschaft. 

So würde Jana Brandt von Ärzte ohne Grenzen reagieren, wenn ihr Wunsch für die Gesellschaft in Erfüllung ginge.
© Jana Brandt

Vom 1. bis 31. Dezember werden wir Euch auf Musik Bewegt jeden Tag Menschen vorstellen, die einen besonderen Wunsch für unsere Gesellschaft haben. Alle Wünsche eint die Hoffnung, dass wir gemeinsam unser Zusammenleben positiver gestalten. Engagieren, Aufstehen, Bewegen – jeder kann schon im Kleinen eine Veränderung zum Positiven anstoßen.

Jana Brandt, Ärzte ohne Grenzen:

«Ich wünsche mir ehrliche Menschlichkeit und Empathie gegenüber Menschen in Not – egal welcher Herkunft, Rasse, Hautfarbe...!»


Die Politikwissenschaftlerin Jana Brandt war als Projekt- und Landeskoordinatorin insgesamt in vier Einsätzen für Ärzte ohne Grenzen. Während ihres dritten Einsatzes in der Zentralafrikanischen Republik hatte sie die Verantwortung für ein mobiles Notfalleinsatzteam. Aktuell arbeitet sie als Operational Advisor im Berliner Büro von Ärzte ohne Grenzen. 

Was ist Dein Wunsch für unsere Gesellschaft?

Jana Brandt, Ärzte ohne Grenzen:

Ehrliche Menschlichkeit und Empathie gegenüber Menschen in Not, egal welcher Herkunft, Rasse, Hautfarbe,… Das hört sich vielleicht nach einer etwas abgenutzten Aussage an, doch gerade die letzten beiden Jahre haben gezeigt, wie schwer es uns selbst im reichen Europa fällt, z.B. Flüchtlinge angemessen zu empfangen und in unseren Gesellschaften aufzunehmen. Die so hochgelobten europäischen Werte habe ich oftmals vermisst. Deshalb sollten wir uns wieder auf das berufen, was uns alle vereint: Menschsein und Menschlichkeit.  

Erzähl uns von dem schönsten Moment des letzten Jahres auf Deiner Arbeit

Jana Brandt, Ärzte ohne Grenzen: Bei meinem Projektbesuch in der Zentralafrikanischen Republik im März habe ich das Glück gehabt, Kollegen mit denen ich 2014-2015 dort gearbeitet habe, wieder zu treffen. Es war wunderbar, sich an gemeinsam Erlebtes zu erinnern. Gleichzeitig war es auch traurig zu sehen, wie wenig sich für die zentralafrikanische Bevölkerung geändert hat: der Bürgerkriegt tobt weiterhin in weiten Teilen des Landes, die Hälfte aller Einwohner sind nach wie vor auf humanitäre Hilfe angewiesen.  

Was macht Dich im Arbeitsalltag traurig und was glücklich?

Jana Brandt, Ärzte ohne Grenzen: Glücklich macht mich zu sehen, dass wir uns als Ärzte ohne Grenzen zur Not auch auf den Kopf stellen, wenn es darum geht, das Leiden von Menschen zu lindern. Und dass wir das selbst in den entlegensten Ecken der Welt schaffen! Das macht mich nicht nur glücklich, sondern auch sehr stolz.

Traurig macht mich, dass unsere Hilfe am Ende leider doch nur ein Tropfen auf heißem Stein ist und Leid und Not sehr ungerecht verteilt sind: oft trifft es die Ärmsten der Armen, immer und immer wieder.

Was gibt Dir in Deinem Arbeitsalltag Hoffnung?

Jana Brandt, Ärzte ohne Grenzen: Die Tatsache, dass Menschen selbst in den schwierigsten Situation das Lachen nicht verlernen und eine unglaubliche Kraft entwickeln, ihr Leben weiterzuleben.

Eure Unterstützung für Ärzte ohne Grenzen 

Wenn Ihr das Team von Ärzte ohne Grenzen bei seinen Einsätzen unterstützen möchtet, dann könnt Ihr hier spenden.

Auf Musik Bewegt sind Die Ärzte, Herbert Grönemeyer, Boy, Pierre Baigorry alias Peter Fox und Bonaparte als Botschafter für Ärzte ohne Grenzen aktiv. 


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