6. Februar 2018 6. Februar: Internationaler Tag gegen Genitalverstümmelung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit über 200 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen sind. 3 Millionen sind jährlich gefährdet, Opfer einer Verstümmelung zu werden – das sind über 8.000 Mädchen und Frauen täglich. Mit dem Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung am 6. Februar wird auf diese Menschenrechtsverletzungen an Frauen aufmerksam gemacht.

Auf einer Reise im Jahr 2016 mit World Vision nach Sierra Leone - dort liegt die weibliche Genitalverstümmelung bei 80%.
© Annie Spratt

Die sogenannte Female Genital Mutilation (FGM; dt.: Genitalverstümmelung) oder das Female Genital Cutting (FGC; dt.: Genitalbeschneidung) wird in rund 30 Ländern weltweit praktiziert. Die Motive dafür unterscheiden sich hinsichtlich der kulturellen Praktiken in den verschiedenen Ländern. Das Sicherstellen der Jungfräulichkeit, bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt, Verweise auf Traditionen oder religiöse Argumente sind verbreitete Begründungen für das Ritual. Daher ist es wichtig Aufklärung und Sensibilisierungsarbeit zu leisten, erklären Menschenrechtsorganisationen.

Bei allen Formen der FGM werden irreversibel und partiell oder vollständig die weiblichen Geschlechtsorgane unter meist unhygienischen und damit lebensbedrohlichen Bedingungen entfernt. Häufig werden nicht sterilisierte Messer, Glasscherben oder Rasierklingen bei den Eingriffen verwendet, ohne den Opfern eine Narkose zu geben. Dies geschieht oftmals, wenn die Betroffenen junge Mädchen sind, Kleinkinder oder Babys. Viele sterben unter den Folgen des Eingriffs oder leiden darunter ein Leben lang, physisch wie psychisch.

Zero tolerance of female genital mutilation (Null Toleranz für Genitalverstümmelung)

Weibliche Genitalverstümmlung ist vor allem in afrikanischen, arabischen und asiatischen Staaten verbreitet, aber auch in Europa, den USA, Kanada oder Australien und betrifft alle gesellschaftlichen Schichten. Nach Schätzungen sind in Deutschland über 50.000 Frauen betroffen, viele weitere Tausende Mädchen sind bedroht. Dabei verletzt FGM sowohl zivile und politische, soziale und kulturelle Menschenrechte von Frauen, wie das Recht auf physische Unversehrtheit, das Recht auf Leben und Gesundheit, das Recht auf Bildung und Selbstbestimmung.

In Deutschland ist die Verstümmlung der weiblichen Genitalien seit 2013 durch §226a eine Straftat. Oftmals werden Mädchen allerdings in den Sommerferien, während einer sogenannten „Ferienbeschneidung“ in ihre Heimat geschickt und gezwungen, sich einer Genitalverstümmelung zu unterziehen. Für solche Fälle wurde das Gesetzt verschärft und es droht Passentzug.

Organisationen wie Amnesty International, World Vision oder Terre des Femmes setzen sich seit Jahren für die Aufklärung und gegen Genitalverstümmelung ein. 


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