© Ricky Kharawala

24. April 2018 Auch Tiere haben Rechte | Internationaler Tag zur Abschaffung von Tierversuchen

Tierschutz geht uns alle an – nicht nur innerhalb von Deutschland, sondern länderübergreifend. Für die Belange innerhalb der Europäischen Union steht dafür die Eurogroup for Animals.

Überall auf der Welt gibt es tierschutzrelevante Missstände. Tierliebe Menschen haben dies erkannt und Organisationen ins Leben gerufen, die dagegen ankämpfen. In der Woche um den 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Laboren aufmerksam gemacht.  

Tierversuche sind in Politik und Wissenschaft leider noch weitgehend akzeptiert und viele sogar für die Zulassung von Medikamenten oder Chemikalien gesetzlich vorgeschrieben. Auch für neuartige Lebensmittel und Kosmetik müssen Tiere noch immer in Versuchen leiden. Dabei lassen sich die Ergebnisse aus Tierversuchen nur schwer auf den Menschen übertragen und bringen nicht den erhofften Durchbruch hinsichtlich dringend benötigter Therapien für Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson. Tierversuche werden also nicht gemacht, weil sie durchbrechende medizinische Erfolge versprechen, sondern weil sie eine lange Tradition haben. Dabei gibt es bereits zahlreiche moderne, tierversuchsfreie Methoden. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dafür ein, dass diese Alternativmethoden Tierversuche langfristig ersetzen.

 

Die häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt der heutigen Zeit sind Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krebs (zusammen fast 75%). Bei genau diesen Krankheitsbildern wird schon seit über 100 Jahren am intensivsten im Tierversuch geforscht. Trotz Millionen von Tierversuchen konnten im «Kampf gegen Krankheiten» kaum Fortschritte erzielt werden. Die Fortschritte, die gemacht wurden, sind hauptsächlich auf tierversuchsfreie Forschungsmethoden wie epidemiologische Studien und klinische Forschung zurückzuführen.


Wusstest Du z.B., dass das wichtigste Antibiotikum (Penicillin) ohne Tierversuche entdeckt wurde?

Oftmals werden Tierversuche mit Meerschweinchen, Hamstern oder Kaninchen gemacht. Hätte man die Versuche zu Penicillin vorher an Tieren durchgeführt, wäre das Antibiotikum als äußerst gefährlich und nutzlos für uns Menschen eingestuft worden, da der Wirkstoff für diese Tierarten giftig bis tödlich ist.    
Dasselbe gilt z.B. auch für Aspirin, das für Katzen (insbesondere bei wiederholter Gabe) giftig ist und bei Ratten, Mäusen, Hunden, Affen und Meerschweinchen zu schweren Missbildungen bei Nachkommen führen kann. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen!    

Anhand einer Langzeitstudie an drei der führenden Universitäten Deutschlands wurde die Übertragbarkeit der Resultate von 51 Tierexperimenten auf den Menschen untersucht. Das Ergebnis ist vernichtend! Nur gerade 0,3 Prozent der Tierversuchsergebnisse erreichten dieses Ziel. Und aus diesen wenigen nutzbaren Ergebnissen resultierte nicht einmal eine einzige klinische Therapie für den Menschen.     

 

Viele Menschen verbinden Versuche an Tieren aber häufig nur mit der Pharma- und Kosmetikindustrie. Doch selbst in der Lebensmittelindustrie vergreifen sich Forscher am Tier und führen Tierversuche durch. Das EU-Recht schreibt Fütterungsversuche an Tieren für gentechnisch veränderten Organismen gesetzlich vor. So sollen schädliche gesundheitliche Auswirkungen untersucht und das „Vertrauen der Verbraucher“ erhöht werden.

 

Ab 2018 erwartet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) derartige Tierversuche auch bei der Zulassung von Novel Food – so werden Lebensmittel von der EFSA bezeichnet, die in der EU „neuartig“ sind. Dazu zählten bisher Lebensmittel aus Pflanzen, Mikroorganismen, Pilzen, Algen und Tieren, also Chia-Samen, Baobab-Früchte, Insekten oder Wasserkastanien. Ausgenommen sind dann nur noch traditionelle Lebensmittel aus Drittländern. Was nun absurd erscheint, ist, dass die EFSA selbst manches vor Jahren im Markt eingeführte Lebensmittel als angeblich „neuartig“ definiert. Für diese sollen Wissenschaftler Fütterungsstudien, also Tierversuche, durchführen.

 

Letztendlich muss sich jeder selbst die Frage stellen, ob er exotische Lebensmittel wie zum Beispiel Baobab-Fruchtfleisch aus Afrika, Chia-Samen aus Mexiko und Noni-Saft aus Polynesien wirklich braucht. Schließlich könnte eine außereuropäische Herkunft von neu auf den Markt kommenden Produkten im schlimmsten Fall zu einer Klassifizierung als Novel Food und damit zu Tierversuchen führen. Außerdem beinhalten auch heimische Lebensmittel, zu denen altbekannte Gemüsesorten wie Wirsing, Sellerie, Lauch oder Pastinaken zählen, gesundheitsfördernde Eigenschaften. Das Beste daran: Sie wachsen sogar in unseren Gefilden und müssen nicht erst durch die halbe Welt transportiert werden. Das kommt auch unserer Ökobilanz zugute!

 

DEIN EINSATZ FÜR DEN TIERSCHUTZ:

Auf Musik Bewegt kannst Du Dich gemeinsam mit Balbina oder Pohlmann für Tierschutzprojekte stark machen und Dein Zeichen für mehr Respekt von Vierbeinern setzen.

(Quellen: bzfe.de | duunddastier.de | tierschutzbund.de | agstg.ch)


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