12. Juli 2016 Blutige Unabhängigkeit: 70.000 Menschen auf der Flucht im Südsudan

Das Durchschnittsalter im Südsudan liegt bei 17 Jahren. Am 9. Juli hätte das in jeder Hinsicht junge Land, dass durch den Einsatz von Kindersoldaten immer wieder in den Schlagzeilen ist, fünf Jahre Unabhängigkeit feiern sollen. Doch der seit 2013 herrschende blutige Machtkampf zwischen Staatspräsident Salva Kiir und seinem Herausforderer Riek Machar ist eskaliert. Die vor Ort aktiven Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne GrenzenHelp – Hilfe zur Selbsthilfe und UNICEF sowie Projekte des Bündnisses Gemeinsam für Afrika schlagen Alarm.

Vergangene Woche noch sollte durch das erste Filmfestival Südsudans in der Hauptstadt Juba das Image des Landes aufgewertet werden, doch aktuell sind wieder etwa 70.000 Menschen auf der Flucht vor der um sich greifenden Gewalt des wieder aufkeimenden Konflikts zwischen verschiedenen politischen Gruppierungen: „Es sind vor allem Familien, die fast nichts bei sich haben und dringend Nahrung, Wasser, Unterkünfte und medizinische Hilfe brauchen“, erzählt David Kahindi, der stellvertretende Leiter der medizinischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen im Land. Die Organisation behandelt zurzeit in mobilen Kliniken Hunderte von Menschen, darunter auch Patienten mit Schusswunden und vergewaltigte Frauen. „Wir wissen noch nicht, wie viele Menschen getötet wurden, aber es liegen noch immer Tote auf den Straßen", berichtet Kahindi. Viele leiden zudem an Malaria, Mangelernährung, Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen.

Hinzu kommt, dass laut UN-Angaben mehr als ein Drittel der 12 Millionen Einwohner vom Hungertod bedroht sind. Denn die bereits bestehende Nahrungsunsicherheit ist in diesem Jahr noch gestiegen. Umso wichtiger ist neben der Nothilfe eine nachhaltige, langfristige Arbeit, um auch die Nachbarregionen, in die die Menschen fliehen, zu stärken. Wir stellen Euch kurz einige dieser Projekte vor, die Ihr über Musik Bewegt unterstützen könnt:

Zur von Sängerin Ivy Quainoo unterstützen Kampagne Gemeinsam für Afrika gehört das Programm „ADRA“. Durch das Projekt erhalten die geflohenen Menschen nicht nur Spezialnahrung; die Initiative setzt sich auch für eine Verbesserung der Anbaumethoden ein, vermittelt Wissen zur Getreideproduktion, Vieh- und Fischwirtschaft und legt Saatgutbanken an. So wird sichergestellt, dass ausreichend Saatgut der wichtigsten Kulturarten und einheimischen Getreidesorten erhalten bleibt und den Bauern für die nächste Aussaat zur Verfügung steht. 10.000 Haushalte im Südsudan sollen sich bald durch die nachhaltige Landwirtschaft eigenständig versorgen können.

Ein weitere Initiative, für die Ihr Euch über Musik Bewegt gemeinsam mit den Guano Apes einsetzen könnt, ist die Arbeit des Vereins Help – Hilfe zur Selbsthilfe für eine geregelte Wasserversorgung durch Sonnenkraft im Tschad. In das an Südsudan angrenzende Land sind in den vergangenen Jahren so viele Menschen aus der Region Darfur geflohen, dass durch HELP nun mehr als 12.000 Flüchtlinge in einem Flüchtlingscamp betreut werden. Inzwischen wurden gemeinsam mit den Bewohnern des Camps acht Brunnen errichtet und ein festes Wassersystem installiert, das seit 2013 durch Solarenergie läuft. Die Flüchtlinge und Einheimischen – zusammen ca. 13.500 Personen – haben so gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Anlage ist inzwischen zu einer Art Pilotprojekt im Land geworden, dem nun weitere solarbetriebene Wassersysteme folgen sollen.

Schaut Euch einen Kurzfilm über die Arbeit von Help – Hilfe zur Selbsthilfe im Tschad an und zeigt den Menschen in der Region mit einer kleinen Spende, dass die Weltgemeinschaft sie nicht vergessen hat: tschad-wasserversorgung-dank-sonnenkraft

Und hier geht es zu den Projekten von UNICEF und Ärzte ohne Grenzen, für die ihr Euch mit folgenden Musikern einsetzen könnt: Die Ärzte, Bonaparte, Herbert Grönemeyer und Pierre Baigorry (Peter Fox) einsetzen könnt.

 

Bildinformationen:
©Help-Hilfe zur Selbsthilfe e.V.

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