14. Dezember 2018 Ein Song für Jonno

Seit zwei Jahren unterstützt Musiker Lukas Rieger auf der Spenden- und Aktionsplattform Musik Bewegt das Projekt Best Buddies und setzt sich für einen gleichberechtigten Umgang zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ein. Auch in seinem Privatleben, lebt er vor, wie es geht. 

Mit viel Spaß bei der Sache: Lukas Rieger und Julius D. vor dem Mischpult

Julius D. aus Lehrte liebt Musik und singt gerne. Am liebsten würde der 18-Jährige einmal bei The Voice of Germany auf der Bühne stehen, so wie Lukas Rieger. Im Sommer hat er deshalb zum Stift gegriffen und ihm einen Brief geschrieben. Seine Bitte: Lukas Rieger soll ihm zeigen, wie man Musik macht.

 

Julius hat das Down-Syndrom

 

Julius D. hat das Down-Syndrom. Er kennt Lukas Rieger schon lange, nicht nur aus dem Fernsehen. Seit zwei Jahren nimmt er Klavierunterricht bei Riegers Mutter. „Lukas ist mein Vorbild“ sagt er. Das war nicht immer so. „Früher wollte Julius lieber ungestört mit meiner Schwester spielen. Ich war für ihn zu viel Konkurrenz. Das hat sich schlagartig geändert, als Julius entdeckt hat, dass ich auch Musik mache“, sagt Rieger und lacht.

Im Mai erscheint das neue Album, im April geht er auf Tour – Lukas Rieger hat einen vollen Terminkalender. Für Julius D. hat sich der Musiker heute aber trotzdem einen ganzen Tag lang Zeit genommen, um mit ihm gemeinsam einen Song zu schreiben. Im Haus von Riegers Eltern in der Nähe von Hannover machen sie erst ein paar Lockerungsübungen am Klavier. Danach geht es ins Studio. Julius D. ist so aufgeregt, dass er zwischendurch immer wieder in die Hände klatscht. 

 

„Es gibt viele Jugendliche, die sich über Behinderung lustig machen oder sogar Ekel empfinden. Das ärgert mich“

 

 „Wenn Julius etwas nicht passt, haut er es einfach ungefiltert raus. Das kann am Anfang schon sehr ungewohnt sein. Aber ich finde es auch mega gut, wenn man so ehrlich durch die Welt geht“, sagt Lukas Rieger. Er ist mit dem Thema Behinderung aufgewachsen. Bei seiner jüngeren Schwester Marie wurde im Babyalter eine seltene Erkrankung diagnostiziert, die ihre geistige und körperliche Entwicklung hemmt. Auch Riegers Freundeskreis geht mit dem Thema ganz selbstverständlich um. Aber Rieger kennt es auch anders. „Es gibt viele Jugendliche, die sich über Behinderung lustig machen oder sogar Ekel empfinden. Das ärgert mich“, sagt Rieger. „Oft hat das aber auch damit zu tun, dass sie noch nie richtig mit Menschen im Kontakt waren, die mit einer Behinderung leben.“ 

 

„Bei meiner Schwester sehe ich, was schon ein einfaches ‚Hallo‘ verändern kann. Sie freut sich über jede Ansprache, lacht und hebt die Hände in die Luft. Kontakt ist extrem wichtig für sie“, sagt Rieger.  

 

Rieger will daran etwas ändern und zeigen, dass es sich lohnt, Berührungsängste und Unsicherheiten im Umgang mit dem Thema Behinderung zu überwinden. Auf Musik Bewegt unterstützt er Best Buddies Deutschland. Die Initiative macht sich für natürliche Beziehungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung stark und initiiert inklusive Begegnungen. „Bei meiner Schwester sehe ich, was schon ein einfaches ‚Hallo‘ verändern kann. Sie freut sich über jede Ansprache, lacht und hebt die Hände in die Luft. Kontakt ist extrem wichtig für sie“, sagt Rieger. 

Im Studio geht es gut voran. Nach einer knappen Stunde steht der Songtext. Die Inputs liefert Julius D. selbst. Er hat sich verliebt und möchte das kundtun. Rieger arbeitet noch ein bisschen an den Lyrics und sucht gemeinsam mit Julius D. einen Beat aus. Dann ist er fertig, der „Song für Jonno“. Julius D. ist überglücklich. „Catterfeld ich komme!“, ruft er Lukas Rieger bei der Verabschiedung zu. Dann steigt er strahlend ins Auto. 

 

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