2. Mai 2018 Europäische Verletzungen eines Grundrechts – Welttag der Pressefreiheit

Jedes Jahr seit 1993 ruft die UN auf Vorschlag der UNESCO am 3. Mai den internationalen Tag der Pressefreiheit aus. Der Aktionstag honoriert das Engagement von Organisationen und Initiativen zum Schutze der Pressefreiheit und erinnert Regierungen daran, das Grundrecht der Meinungs- und Pressefreiheit zu respektieren und zu schützen.

Die Nichtregierungsorganisation Reporter Ohne Grenzen gibt jedes Jahr eine Rangliste heraus, die die Pressefreiheit in 180 Staaten und Territorien misst und zum Vorjahr vergleicht.

Bei der Auswertung wurde festgestellt, dass vier von fünf Ländern, in denen sich die Situation der Presse- und Informationsfreiheit am stärksten verschlechtert hat, in Europa liegen.

 

Die Achtung der Informationsfreiheit ist auch immer ein zuverlässiger Gradmesser für die Achtung der universell gültigen Menschenrechte in einem Land. In Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es:

„Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten sowie Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“

 

Ob in der Slowakei, in Tschechien, Polen, Ungarn oder Malta – mitten in der Europäischen Union zählt die freie Meinungsäußerung immer weniger und wird sogar bekämpft. Populisten und Politiker betreiben zum Teil gezielt Hetze gegen Pressevertreter und Medien, unliebsame Nachrichten werden, nach amerikanischem Vorbild, als „Fake-News“ bezeichnet – selbst vor der Ermordung von Journalisten wird nicht mehr zurück geschreckt, wie der Fall von Daphne Caruana Galizia aus Malta exemplarisch zeigt.

 

Nicht zuletzt ist das Thema der kritischen Lage von Journalisten im Nato-Mitgliedsstaat Türkei immer wieder in den Medien. Sinnbildlich hierfür steht die erst kürzliche Freilassung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel nach einer einjährigen Inhaftierung in einem Istanbuler Gefängnis. Nach Angaben von Reporter Ohne Grenzen sind nachweislich derzeit 35 Journalisten in türkischer Haft, was die Türkei auf Platz 157 von 180 der Rangliste der Pressefreiheit katapultiert.

 

Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

 

Die Geschäftsführerin der auf Musik Bewegt vertretenen Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte macht im Interview deutlich: ,,[...] wann immer irgendwo auf der Welt die Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt wird, sind es Journalisten und Medienschaffende, die den aufziehenden politischen Sturm als Erste spüren.“

Die Stiftung unterstützt seit über einem Vierteljahrhundert couragierte Menschen, die sich in ihren Heimatländern für Demokratie und Menschenrechte einsetzen und hierfür verfolgt und bedroht werden. Dank der Stiftung können aktuell vier verfolgte Menschen aus dem Irak, Mazedonien, Banglasdesh und aus der Türkei für ein Jahr sicher in Deutschland leben.

 

Die Künstlerin Annett Lousian steht als Patin und Botschafterin für die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte und erklärt, warum ihr das Projekt so sehr am Herzen liegt: „Menschen, die sich in ihrer Heimat für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben und deshalb politisch verfolgt wurden, können sich in meiner Heimatstadt Hamburg unter dem Schutz der Stiftung erholen und weiterbilden.“

 

WENN AUCH DU DICH FÜR MENSCHEN EINSETZEN MÖCHTEST, DIE DURCH IHREN KAMPF FÜR DAS RECHT AUF FREIE MEINUNGSÄUSSERUNG BEDROHT WERDEN, KANNST DU DIE ARBEIT DER HAMBURGER STIFTUNG FÜR POLITISCH VERFOLGTE AUF MUSIK BEWEGT UNTERSTÜTZEN.

 

 

 

 


Dein Browser ist möglicherweise zu alt. Einige wichtige Inhalte kannst Du deswegen nicht sehen.
Bitte versuch es stattdessen mit Google Chrome oder Firefox.