© Guillaume Binet/Myop / MSF

23. August 2018 Folter, Menschenhandel und illegale Inhaftierungslager – Alltag für Flüchtlinge in Libyen!

Die Vereinten Nationen erinnern jedes Jahr am 23. August an Menschen, die aus ihrer Heimat verschleppt und als Sklaven verkauft wurden – und immer noch werden. Denn auch heute leben nach Schätzungen der International Labour Organisation (ILO) 40 Millionen Menschen in Umständen, die mit Sklaverei vergleichbar sind. Besonders dramatisch ist die Situation in Libyen. Nach wie vor werden dort tausende Geflüchtete, darunter viele Kinder und Frauen, Opfer von schwersten Menschenrechtsverletzungen. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen beispielsweise, trägt vor Ort dazu bei, ihre Lebensumstände zu verbessern. 

Medizinische Nothilfe für Geflüchtete in Internierungslagern

Bootsflüchtlinge werden zu Tausenden vor der EU-finanzierten libyschen Küstenwache auf dem Mittelmeer abgefangen und nach Libyen zurückgezwungen. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat die libysche Küstenwache in diesem Jahr mindestens 11.800 Menschen auf seeuntüchtigen Booten aufgegriffen und zurückgebracht – so viele wie noch nie. An Land werden die Menschen in ungeregelten Internierungslagern unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. „Viele Menschen haben in Libyen ein schockierendes Ausmaß an Gewalt erlitten und sind systematisch ausgebeutet worden. Sie sind Opfer von sexueller Gewalt, von Menschenhandel, Folter und Misshandlung geworden. Besonders schutzbedürftig sind Kinder, die manchmal auch ohne Eltern oder andere Begleiter unterwegs sind, sowie Schwangere, stillende Mütter, ältere Menschen, Menschen mit psychischen Behinderungen oder mit schwerwiegenden medizinischen Problemen“, berichtet Karline Kliejier, Leiterin der Notfallhilfe von Ärzte ohne Grenzen in Libyen.

 

Die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Libyen

Ärzte ohne Grenzen leistet seit rund zwei Jahren medizinische Nothilfe für Geflüchtete und Migranten in Internierungslagern im libyschen Tripolis, Khoms und Misrata. In den Lagern geben die Teams von Ärzte ohne Grenzen medizinische Sprechstunden und überweisen Patientinnen und Patienten an Krankenhäuser. Die meisten medizinischen Beschwerden gehen auf die schwierigen Lebensumstände zurück, wie Gewalt und Folter, überfüllte Zellen, unangemessene Nahrung und unsauberes Trinkwasser. 

 

In der Stadt Bani Walid, die eine Drehscheibe für Schmuggler und Schleuser ist, leisten die Teams von Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit lokalen Organisationen zudem medizinische Nothilfe für Menschen, die von kriminellen Netzwerken festgehalten worden waren.

 

So trägt Ärzte ohne Grenzen aktuell in Libyen dazu bei, die Lebensbedingungen von vielen Flüchtlingen und Migranten zu verbessern. 

 

„Die Situation in Libyen kann man beschreiben als Inbegriff menschlicher Grausamkeit in ihrer schlimmsten Form", sagt Joanne Liu, Internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen. In diesem sehr emotionalen Video von September 2017 schildert sie ihre Eindrücke. Die Zustände sind nach wie vor prekär.

 

 

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