© Benedikt Schnermann

25. April 2018 #inspiraTon – Eine Interview-Reihe von Musik Bewegt | Pohlmann's Sountrack für den Umweltschutz

Auf der Online-Plattform Musik-Bewegt.de stehen KünstlerInnen als Pate für eine Vielzahl von unterschiedlichen gemeinnützigen Hilfsprojekten.

Einmal im Monat stellen wir KünstlerInnen in der Interview-Reihe #inpspiraTON vor, um mehr über sie als Person, ihr Engagement und ihre Inspirationen im Bereich Musik zu erfahren. Wir starten mit Ingo Pohlmann und seinen Inspirationen zum Tier- und Umweltschutz.

Hierzu stellen wir eine Reihe von allgemeinen und bestimmten Fragen zum Thema, das in Verbindung mit dem sozialen Engagement des Künstlers steht. Auch möchten wir erfahren, welche Lieder den Künstler im Leben inspiriert und beeinflusst haben.

Der deutsche Sänger Pohlmann startete als Maurer in die Arbeitswelt. Auf bem Bau hat er nach eigenen Angaben schon immer vor sich hergesummt und Texte auf Steine geschrieben, die nun in Häusern verbaut sind.

Obwohl er sich an der Universität in Hamburg einschrieb, um Bauwesen zu studieren, hat er die Universität kein einziges Mal von innen gesehen und stattdessen eine Band gegründet.

Ein halbes Jahr später erhielt Pohlmann einen Plattenvertrag und startete als deutscher Musiker durch.

 

#1 Wann hast Du beschlossen Musik zu machen und gibt es ein bestimmtes Lied, das Dich hierzu inspiriert hat?

Ich habe auf meinen ersten Radtouren mit sechs oder sieben Jahren sehr viel und laut gesungen – damals zu Michael Jackson und Stevie Wonder. Schon da stellte ich mir immer vor, wie es wohl wäre ein Sänger zu sein. Dasselbe Spiel spielt meine Tochter heute auch schon und sie erinnert mich sehr an mich damals.

 

 

 

#2 Welches Lied hat Dich in Deiner Kindheit besonders geprägt und inspiriert?

Bob Marley war ein Künstler, der mich schon als Zehnjähriger früh und lange begleitet hat. Dann folgten Cat Stevens, Tracy Chapman und Prince. Hinein in den Grunge ging es dann mit 18 Jahren.

 

 

#3 Gibt es ein Lied, dass Dich durch Deinen ersten Liebeskummer getragen hat?

Der erste Liebeskummer ist bekanntlich der tiefste ­– frei nach Cat Stevens „The First Cut Is The Deepest“. Aber zu der Zeit war „hindurchtragen" und „weiter reinreiten" ein Wechselspiel.

Es war Police mit „Every Breath You Take“, das mir wunderschöne Schmerzen verursacht hat.

 

 

#4 Welches Lied würde aus Deiner Sicht die aktuelle Weltsituation gerade am besten beschreiben? 

Die Weltsituation ist komplex. Ein Lied könnte all diese Themen gar nicht widergeben!

Und da man ja eher dazu neigt immer das Negative zu sehen, möchte ich lieber diese dunkle „self- fulfilling prophecy“ durchbrechen und finde hier den Song „With My Own Two Hands“ von Ben Harper sehr hilfreich.

 

 

#5 Welches Lied beschreibt die soziale Ungleichheit oder die Unterschiede zwischen Arm und Reich am besten?

Nachdem ich vor fünf Jahren den Film „The End Of The Line“ gesehen habe, habe ich ein Song über Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge geschrieben; es heißt "Von weit weit her". In dem Lied geht es um die Ausbeutung der Arbeitskräfte in Dritte-Weltländern.

Wir klauen den Menschen den Fisch vor der Haustür und nehmen ihnen dadurch ihre Ressourcen und damit ihre Perspektiven weg.

 

Am Sonntag, den 22. April 2018 war der offizielle Tag der Erde (#MotherEarthDay) und wir möchten gerne noch ein paar Fragen zu Deinem Engagement für den Tier- und Umweltschutz stellen: 

 

#6 Du unterstützt neben dem Jane Goodall Institut Deutschland auch ein Projekt von Sea Shepherd für den Schutz von Meereslebewesen auf Musik Bewegt. Woher stammt Dein Engagement Dich besonders für den Tier- und Umweltschutz einzusetzen?

Die Frage ist, was wir uns wert sind. Tot oder lebendig. Wie wollen wir uns an das Universum verkaufen?  

Naturschutz ist auch eine Betrachtungsweise. Was würde es bedeuten, wenn wir den Menschen unter Naturschutz stellen? Ich glaube nicht, dass wir Zeit genug haben alternative Schutzmechanismen zu basteln. Entweder wir waren dann nur eine Naturkatastrophe, eine Fehlentwicklung der Evolution oder wir sind das Wunder das wir sein könnten.

"Wer die Natur rettet, der rettet den Menschen!
Der Mensch und die Natur gehören zusammen. Niemand hat das so früh und so gut erkannt, wie Jane Goodall."

 

 

#7 In Deinen Songs, wie „Unten im Meer“ thematisierst Du die Beziehung des Menschen und dem Meer. Hast Du eine persönliche Verbindung zum Ozean?

Wer hat das nicht?

Wir können im Anblick des Ozeans ertrinken, ohne dabei nass zu werden.

Die Wellen machen Geräusche, wie vor 100 Millionen Jahren! Du kommst so in die Vergangenheit hinein, wenn Du Deine Augen schließt... in die Vergangenheit, aus der Du kommst! Mich berührt so etwas enorm.

In dem genannten Song beschreibe ich meinen ersten Tauchgang und die damit verbundenen Gedanken: Verlieren wir das Meer, sind wir verloren! Wer das Buch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing kennt, weiß um die Gefahr für die Menschheit durch das Meer.

Nicht zu vergessen ist die Wichtigkeit der Ozeane für die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Die Algen der Meere nehmen mehr Kohlendioxid auf als alle Wälder an Land. Das muss man sich vor Augen halten.

 

 

#8 Du bist selbst Vater. Hat sich Deine Sicht auf die Erde verändert seitdem Du eine Tochter hast?

Nein. Meine Sicht auf den Menschen und die Erde geht mit meinem Interesse für Biologie, Physik, Geschichte und Philosophie einher. In all diesen Fächern würde ich schriftlich vollends versagen, aber mein Interesse ist dennoch ungebrochen... als Vater eines Kindes verstärkt sich so etwas natürlich.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen wie dumpf die Bosse der großen Automobilhersteller sein müssen, um zum Beispiel untereinander so eine betrügerische Software abzusprechen, obwohl sie Kinder haben, deren Zukunft sie damit aufs Spiel setzen! Wer nach oben, kommt muss offenbar skrupellos sein.

Sicher, wir fahren auch weiter mit dem Diesel-Sprinter ohne "ad blue“ Einspritzung zu unseren Gigs durch Deutschland. Aber ich lasse meine Fahrten alle CO2 zertifizieren, indem ich nach einer Tour ausrechne, wieviel ich verblasen habe. Dann errechnet „myclimate“ einen Geldwert, der wiederum in Projekte geht, die etwas auf die andere Waagschale unseres Klimas legen. Das ist kein Ablasshandel, denn dadurch bewirke ich tatsächlich etwas in der Welt – anstatt einfach nur auf Tour zu fahren und nichts für die Umwelt zu machen.  

 

#9 Gemeinsam mit der Organisation Sea Shepherd hast Du das das Ozean Festival ins Leben gerufen. Welchen Tipp würdest Du Deinen LeserInnen geben, wenn sich diese mehr sozial engagieren wollen?

Der Wille und emotionale Aspekt etwas zu starten, egal wieviel Aufwand damit verbunden ist, entsteht durch Interesse.

Dieses Interesse kann nachhaltig werden und dann kommt man nicht mehr umhin, etwas unbedingt tun zu wollen. Die Herausforderung ist, sich von den schrecklichsten und hoffnungslosesten Informationen nicht paralysieren zu lassen.

Emotional, wissbegierig und handlungsfähig zu bleiben, das ist nicht immer einfach. Wenn man akzeptiert das große Rad nicht drehen zu können, macht man es für die eigene Würde ein Mensch zu sein, der am Ende des Fernglases in die Welt schaut. Diese Würde, die man sich zuspricht, darf man aber denjenigen nicht aberkennen, die sich für nichts einsetzen.

Ich habe mich auch, bis ich fünfunddreißig Jahre alt war, für vieles interessiert, aber wenig umgesetzt. Seit nunmehr sechs Jahren bin ich konsequenter.

 

#10 Das Ziel von Musik Bewegt ist es GEMEINSAM mit Künstlern, Fans und Organisationen mehr zu bewegen! Gibt es eine Idee oder ein Projekt, dass Du gemeinsam mit verschiedenen Künstlern und Musik Bewegt umsetzen wollen würdest?

Ein weiteres „Ozean Festival" mit tollen Künstlern, viel Geld für Aufklärungsarbeit und lösungsorientierter Ursachenforschung! In dem Falle käme es der Organisation für Umweltkommunikation „Aldebaran“ in Hamburg zugute.

 

 

Wenn Du gemeinsam mit POHLMANN mehr bewegen willst, kannst Du das JETZT auf musik bewegt tun – bis zum 29. April kannst Du POHLMANNS SPENDEN-AKTION unterstützen und sogar ein von POHLMANN signiertes T-Shirt gewinnen. 100% der spenden gehen an das Jane Goodall Institut deutschland.

 

 


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