© Valeria Brekenkamp

25. Mai 2018 Jugendkultur fördern! | Ein Interview mit cultures interactive e.V.

Der Berliner Verein Cultures interactive e.V. wurde im Jahr 2005 mit dem Ziel gegründet, mithilfe von Jugendkulturarbeit Menschenrechte und demokratische Teilhabe junger Menschen zu stärken.

Mädchen sind auf HipHop-Bühnen und in Skateparks noch völlig unterrepräsentiert, daher veranstaltet der Verein cultures interactive speziell an Mädchen gerichtete „Spot on Girls“-Workshops.

Musik Bewegt hat hierzu ein Interview mit Silke Bear, der pädagogisch-wissenschaftliche Leiterin von cultures interactive e.V. geführt, die uns von der Arbeit des Vereins erzählt.

1. Die Workshops finden in verschiedenen Jugendzentren in Hellersdorf, Friedrichshain und Kreuzberg statt. Wie werden die „Spot on, girls!“- Workshops in diesen Bezirken bis jetzt angenommen?

Das ist eine schwierige Frage. Während wir im ersten Projektjahr sehr viel Zulauf hatten und mit vielen Mädchen-Treffs und Geflüchteten-Unterkünften zusammenarbeiten konnten, mussten wir im zweiten Projektjahr feststellen, wie sehr die restriktive Asylpolitik Deutschlands auch solch positive Projekte wie unseres blockiert.

Viele Unterkünfte liegen nun am Stadtrand und sind logistisch schwer zu erreichen. Trotz vieler Bemühungen ist es schwierig, die dort lebenden Bewohner*innen zu erreichen.

Wir hatten trotzdem immer tolle Workshops mit denen, die wir ansprechen konnten und freuen uns sehr über die Ergebnisse. Gerne hätten wir noch viel mehr Mädchen erreicht.

 

2. Welcher Kurse werden von den Mädchen mit besonders großem Interesse angenommen?

Es war vor allen Dingen unser Comic- und Rap-Workshop-Angebot, das in diesem Jahr Teilnehmende hatte. Im vergangenen Jahr hatten wir die meisten Mädchen bei unseren Graffiti/Streetart- und Skateboarding-Workshops.

 

3. In diesem Jahr finden Workshops das dritte Mal in Folge statt. Welche Entwicklungen können Sie seit dem Start der „Spot on, girls!“- Workshops beobachten?

Wir sind gerade in den letzten Wochen unseres zweiten Projektjahres und freuen uns über die Bewilligung einer dritten Förderrunde (eigentlich wird vom Projektfonds Kulturelle Bildung immer nur ein Jahr gefördert).

Wir konnten bis jetzt mit einigen Mädchen zusammenarbeiten, die wir bereits am Anfang unseres ersten Projektjahres kennenlernten. Aber es hat sich auch viel verändert. Viele Familien konnten aus den Unterkünften für Geflüchtete ausziehen und in Wohnungen unterkommen. Einige unserer ehemaligen Teilnehmenden besuchen immer noch Mädchen-Treffs, mit denen wir zusammen arbeiten. Das freut uns besonders.

 

4. Was war Ihr persönliches Highlight des diesjährigen Workshops?

In der Winterferien-Woche bei unserer „Reise nach Solidarien“! Das ist ein Stopp-Tanz, bei dem immer ein Stuhl weniger in der Reihe zur Verfügung steht, aber alle zusammen versuchen müssen, trotzdem auf den Stühlen Platz zu finden. An dem Tag brachten es alle unsere 20 Teilnehmenden im Teamwork fertig auf drei (!) Stühlen Platz zu finden, in dem sie sich gegenseitig hielten und unterstützten.

 

5. Was würden Sie sich für die Zukunft der Workshop-Reihe „Spot on, girls!“ wünschen?

Eine bessere Erreichbarkeit der Mädchen in Geflüchteten-Unterkünften und damit viel mehr Teilnehmende!

 

6. Gibt es schon konkrete Pläne für einen kommenden „Spot on, girls“-Workshop?

Auf jeden Fall! Im kommenden Projekt-Jahr möchten wir mit den Mädchen wieder Ferienworkshops zusammen machen. Dann soll am Ende eine Zukunftswerkstatt stehen, bei der wir mit lokalen AkteurInnen, Mädchen mit und ohne Flucht-Biografie und lokalen PolitikerInnen zusammen darüber ins Gespräch kommen wollen, was es braucht, um Mädchen stärker zu fördern und zu vernetzen. 

 

CULTURES INTERACTIVE E.V. – FÜR MEHR DEMOKRATISCHE TEILHABE JUNGER MENSCHEN. 

 

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