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1. Juni 2017 Musik Bewegt Förderpreis 2016 für VolxGesang und Hangarmusik

Musik bewegt – in jedem Alter! Bester Beweis dafür sind die diesjährigen Preisträger der "Ideeninitiative Musik Bewegt". 



Einmal jährlich werden von uns innovative Projekte in sozialen Einrichtungen ausgezeichnet, die zeigen, wie Musik zur Förderung gemeinwohlorientierter Zwecke beitragen kann. Wir haben die beiden Gewinner des Förderpreises 2016 besucht und möchten sie Euch gerne näher vorstellen.

VolxGesang und das intakt Musikinstitut – Mitsing-Veranstaltungen an Seniorenheimen: 

„Singen macht glücklich. Gemeinsames Singen macht überglücklich.“, so lautet das Motto der Mitsing-Formation VolxGesang, die uns von Anfang an begeistert hat. Wir haben das Projekt mit dem Förderpreis ausgezeichnet, weil uns das Thema Alter sehr wichtig ist und oft vernachlässigt wird. Insbesondere im Alter, wenn beispielsweise eine Demenz das Sprechen und Verstehen einschränkt, ist der emotionale Austausch über das Singen ein überaus wertvoller Ersatz.

VolxGesang verfährt dabei nach einem einfachen Prinzip: Mit Keyboard und Leinwand im Gepäck besuchen die Profimusiker insgesamt fünf Seniorenheime im Raum Pfaffenhofen (Bayern) zum gemeinsamen Singen. Die Texte der Volkslieder und anderer Klassiker werden gut lesbar an die Leinwand projiziert und instrumental begleitet. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Singen für ältere Menschen eine besonders positive Wirkung hat. Es löst positive Stimmungen aus, lässt Erinnerungen aufleben und regt auch den Körper durch Mitklopfen und Mitklatschen an. „Jeder kann mitsingen“, erzählt uns Michael Herrmann, Musikschulleiter, „egal ob alt oder jung, Anfänger oder Profi“: „Die erste Regel des VolxGesangs lautet, es gibt kein zu laut. Und die zweite, es gibt kein zu falsch.“ Im März ist die erste Reihe des Seniorenspecials gestartet. Die ersten Feedbacks von einigen Senioren: „Das waren die schönsten Veranstaltungen, die ich hier in dem Heim je erlebt habe.“ Was Musik bewegen und welch „unglaubliches Geschenk“ sie sein könne, „wenn man anderen damit eine Freude machen kann“, davon berichtet schließlich auch Herbert Grönemeyer, der die Förderpreise übergeben hat. Aus eigener Erfahrung mit seiner 90-jährigen Mutter weiß er: „Wenn ich mit ihr singe oder auf dem Klavier spiele, lächelt sie oder wippt im Takt mit. Das tut uns beiden gut.“

HANGARMUSIK – Musikalische Begegnungswoche für neue und einheimische Berliner Kinder

Das Projekt HANGARMUSIK setzt sich für die Integration von geflüchteten Kindern im ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin auf Basis von klassischer Orchester-Musik ein. Die Kinder lernen in der Gruppe Streichinstrumente spielen und wachsen so in die Welt der klassischen Musik hinein. Das Ensemblespiel ermöglicht zusätzlich, unterstützt durch künstlerische Sprachübungen, die Entwicklung von Sozialkompetenz, Gemeinschaftsgefühl und Selbstbewusstsein.

„Die Kinder haben in kürzester Zeit klassische Musik für sich entdeckt. Anfangs wussten sie überhaupt nicht, was ein Orchester ist, doch beim ersten Besuch einer Probe des Konzerthausorchesters Berlin haben sie sofort ihren eigenen Begriff dafür gefunden: 'Die große Musik'“, erzählt Andreas Knapp, Geschäftsführer von HANGARMUSIK.

„Heute spielen die Kinder mit Begeisterung Passagen aus Mahler-Sinfonien und möchten am liebsten jeden Tag zusammen mit ihren Freunden Musik machen. Die Philharmonie in Berlin nennen sie die 'gelbe Villa', und ein Kontrabass war anfangs das 'große Cello', weshalb plötzlich alle im Stehen spielen wollten“, berichtet Leila Weber, die musikalische Leiterin von HANGARMUSIK begeistert. 

Bei dem Projekt hat uns besonders gefallen, dass die Kinder neue soziale Kontakte knüpfen und in einem ungezwungenen Rahmen eine neue Sprache und ein Instrument lernen können und sie sonst in ihren Gemeinschaftsunterkünften sonst oft in Parallelstrukturen leben. Wir waren von der Arbeit des Teams und der Begeisterung und Motivation der Kinder in einem kleinen Orchester mitzuspielen, zutiefst beeindruckt und gerührt. „Ein zu Herzen gehendes und wundervolles Projekt“, findet auch Herbert Grönemeyer nach einem persönlichen Besuch bei dem HANGARMUSIK-Projekt.

„Wir veranstalten auch regelmäßig ein gemeinsames Musizieren mit einheimischen Musikschülern und professionellen Musikern.  Kinder, die vor einem Jahr noch auf einem Schlauchboot im Mittelmeer waren, spielen heute mit langjährigen Berliner Philharmonikern gemeinsam die "Ode an die Freude", und Berliner Kinder packen plötzlich wieder öfter ihr Instrument aus und finden wieder Freude am Üben. Schöner kann Integration nicht sein“, sagt Andreas Knapp, Geschäftsführer von HANGARMUSIK. 

Auch für 2017 können sich innovative Projekte, die Musik im weitesten Sinne als Mittel zur Zielerreichung und Förderung der Katalogzwecke nach §52 Abs. 2 AO, z.B. Jugend- und Altenhilfe, Bildung, Erziehung, Integration und Völkerverständigung etc. nutzen, bewerben. Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2017. Alle weiteren Informationen findet Ihr unter www.musik-bewegt.de/ideeninitiative-foerderpreis


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