10. September 2019 „Nehmt die Fakten endlich ernst“ – Im Gespräch mit Herbert Grönemeyer über den Schutz der Arktis

Auf Musik Bewegt unterstützt Herbert Grönemeyer die Forderung von Greenpeace, ein internationales Schutzgebiet in der Arktis einrichten zu lassen. Bei einem gemeinsamen Treffen mit Greenpeace Geschäftsführer Roland Hipp sprach der Künstler mit uns über Klimawandel und Widerstand.

Herbert Grönemeyer mit Greenpeace-Geschäftsführer Roland Hipp und Eisbärin Paula
© Jan Zappner / Greenpeace

Herbert, Greenpeace begleitet Dich auf Tour und fordert ein Schutzgebiet in der Hohen See. Sind Umwelt- und Klimaschutz Themen, die Sie schon lange beschäftigen?

 

Herbert Grönemeyer: Ja. Ich bin ja ein Kind der 70er Jahre und war damals in der APO-Bewegung aktiv. Umweltschutz war da schon früh ein Thema. Auch wegen Organisationen wie Greenpeace, die das Thema mit Kampagnen gegen Walfang, Chemiekonzerne und Atomwaffentests zu dieser Zeit groß gemacht haben. Eine extrem wichtige Arbeit, die ich schon seit Jahrzehnten unterstütze.

 

Mit Greenpeace setzt Du Dich jetzt für den Schutz der Arktis ein. Warum?

 

Herbert Grönemeyer: Ich habe vor einiger Zeit mit einer Professorin gesprochen, die sich mit einem Expertenteam aus 17 Nationen für ein Jahr lang auf einem Forschungsschiff in der Arktis einfrieren lässt, um den Einfluss der Arktis auf das globale Klima besser zu verstehen. An der Arktis wird gerade sehr deutlich, wie der Klimawandel ganze Ökosysteme bedroht. Ich glaube es ist wichtig, dass wir immer wieder auf solche drastischen Beispiele aufmerksam machen. Umso besser geht es in die Köpfe rein, dass wir dringend etwas ändern müssen.

 

Seit über 40 Jahren machen sich Umweltorganisationen für den Klimaschutz stark. Warum glaubst Du fällt uns das Umdenken so schwer?

 

Herbert Grönemeyer: Ich glaube, den meisten Menschen fällt das Umdenken gar nicht schwer. Viel schwieriger ist die Lobbyarbeit der Regierungen, die sich von den großen Industrien treiben lassen und überhaupt keine Lust haben, ihre CO2-Ausstöße zu verringern. Daran hängen ja ganze Wirtschaften. Umso mehr glaube ich, dass die Gesellschaft die Politik weltweit auffordern muss, gefälligst endlich die Fakten ernst zu nehmen, die schon seit Jahrzehnten auf dem Tisch liegen.

 

Schon 1986 hast Du in einem Songtext gefordert: Kinder an die Macht! Jetzt gehen hunderttausende Schüler auf die Straße, um für Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Stimmt Dich das optimistisch?

 

Herbert Grönemeyer: Ja, auf jeden Fall! Endlich passiert mal wieder was. Die Dynamik erinnert mich an die Anti-Atom-Kraft-Bewegung in den Achtzigern. Dass die Jugendlichen wieder rausgehen mit ihrem Druck und ihrer Energie und ihrer Wucht den Eltern das Fürchten lehren, das finde ich schon gigantisch. Das hat Kraft und ist für unsere Zukunft elementar.  


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