11. Juli 2017 Starke Kinder. Sichere Gemeinschaften – Ein Interview mit RespAct

Oliver Böck arbeitet für die CamP Group gGmbH und betreut dort das Projekt RespAct, das Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Umfeldern zu politischer Partizipation ermutigen möchte. Wie das geht, erzählt er uns im Interview. 



Musik Bewegt: Was ist die Kernaufgabe von RespAct bzw. der CamP Group?

Oliver Böck: 

Unsere wichtigste Aufgabe ist es, die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, ihre Partizipationsfreude, Selbstvertrauen und Resilienz zu stärken. Als starke Persönlichkeiten tragen die TeilnehmerInnen der in Schulen durchgeführten RespAct-Projektwochen gleichzeitig zu Aufbau und Verschönerung ihrer Stadtteile bei. Darum lautet unser Motto: Starke Kinder. Sichere Gemeinschaften. Jugendliche aus sozial benachteiligten Stadtteilen werden dazu ermutigt, sich für ihren Stadtteil zu engagieren und eigene Ideen umzusetzen. So lernen die Kinder, Probleme gemeinsam zu lösen und gewinnen Vertrauen in den demokratischen Willensbildungsprozess. Gleichzeitig werden ausgeschlossene Gemeinschaften in den politischen Prozess inkludiert.

Musik Bewegt: Wie kamst Du zu RespAct?

Oliver Böck:  

Nach meinem Studium in Wien wurde ich auf die CamP Group gGmbH und das Projekt RespAct aufmerksam und habe mich dann entschieden, ein Praktikum in der Projektassistenz zu absolvieren. Aus diesem entwickelte sich rasch eine volle Stelle im vielseitigen Aufgabenbereich von RespAct.

Musik Bewegt: Was bewegt Dich besonders an Deiner Arbeit? Gibt es ein besonderes Erlebnis oder einen Schlüsselmoment, der Dich besonders motiviert?

Oliver Böck:  

Die vielseitigen Begegnungen mit Kindern und sehen zu können, wie junge Menschen ihr Potenzial entfalten. Oftmals sind sich die Kinder ihrer Fähigkeiten selbst nicht bewusst, bis sie mit anderen zusammen etwas entwerfen und gestalten. Was mich an der Arbeit bei RespAct besonders motiviert ist, dass hier genau jene Kinder und Jugendliche erreicht werden, deren Stimme sonst kaum gehört wird. Oft sind es SchülerInnen, die aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen und deren Selbstwirksamkeitserwartung sehr niedrig ist. Mit unserer Arbeit tragen wir entscheidend dazu bei, dem entgegenzuwirken und die Kinder bei einer positiven Lebensentwicklung zu unterstützen.

Musik Bewegt: Was beschäftigt die Kinder und Jugendlichen am meisten, mit denen Ihr zusammenarbeitet?

Oliver Böck:  

Mobile Geräte werden natürlich immer wichtiger für Kinder und Jugendliche. Um Wissen zu vermitteln und die Medienkompetenz der jungen TeilnehmerInnen zu stärken, werden interaktive Spiele und Übungen mit Smartphones, Tablets und Kameras auch in die RespAct-Projektwochen miteingebaut. Ein verantwortungsvoller Umgang mit (sozialen) Medien wird in einer digitalen Welt immer wichtiger. Es wäre nicht klug, sich dieser Entwicklung zu verschließen. Nahezu 100% der SchülerInnen besitzen heute ein Smartphone. Bei RespAct versuchen wir daher, die positiven Seiten der Nutzung in den Vordergrund zu stellen, aber eben auch für einen verantwortungsvollen Umgang damit einzutreten.

Musik Bewegt: Welche Aktionen habt Ihr in nächster Zeit geplant?

Oliver Böck: 

Am 24. Juli startet unser zweiwöchiges RespAct-Sommercamp für Kinder und Jugendliche in Berlin. Das 10-tägige Ferienlernabenteur bietet jede Menge Experimente, Ausflüge, Aktionen und interaktive Spiele und legt einen Schwerpunkt auf das Thema Umwelt- und Naturschutz. Das Camp hat zum Ziel, die Begegnung von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft auch in den Schulferien zu fördern sowie Wissen und Bewusstsein rund um das Thema Umwelt bei den Kindern zu stärken. Darüber hinaus erarbeiten wir im Schwerpunktbereich Umwelt & Natur derzeit ein Handbuch für LehrerInnen, PädagogInnen und ErzieherInnen und stellen dabei Know-how und Möglichkeiten vor, wie Projektwochen und Camps mit Kindern und Jugendlichen im (außer)schulischen Kontext bestmöglich durchgeführt werden können. Parallel führen wir laufend Veranstaltungen zu unserem Nachbarschaftsprojekt „Gemeinsam. Sauber. Aktiv.“ durch, bei dem Kinder Ideen und Konzepte zur Verschönerung von Spielplätzen in Kreuzberg und Neukölln entwerfen.

Musik Bewegt: Was können wir konkret im Alltag tun, um unsere Umwelt aktiv mitzugestalten?

Oliver Böck: 

Uns selbst über Themen wie Umwelt-, Natur- und Klimaschutz informieren, dementsprechend verantwortungsbewusst handeln und insbesondere junge Menschen für die Thematik begeistern. Wichtig ist es, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten zu geben, selbst etwas zu bewegen und zu verändern. Die Kombination aus vermitteltem Wissen, spannenden Experimenten und gelebter Praxis für junge Menschen ist der Schlüssel, um nachhaltig etwas Positives für einen schonenden Umgang mit unserer Umwelt zu bewirken. Wichtig ist auch: Jede und jeder kann etwas beitragen, auf unterschiedlichste Arten. Müll trennen, sich ehrenamtlich engagieren, Bewusstsein schaffen oder einfach einmal den täglichen Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zurücklegen.

Musik Bewegt: Musik bewegt – was bedeutet das für Dich persönlich?

Oliver Böck: 

Musik begleitet mich in allen Phasen meines Lebens und ist vor allem ein wunderbarer Ausgleich zur Arbeit, aktiv und passiv. Ganz besonders bewegt mich Musik, wenn dadurch eine soziale oder gesellschaftspolitische Botschaft vermittelt werden kann. 

EURE SPENDE FÜR BENACHTEILIGTE KINDER UND JUGENDLICHE

KONTRA K unterstützt das Projekt RespAct über Musik Bewegt. Er findet: „Als Vater muss ich versuchen ein Vorbild für meinen Sohn zu sein. Er soll verstehen, dass man im Leben nicht nur nehmen, sondern auch geben sollte. Wer kann, der muss auch etwas zurückgeben. Wo man angreift, ist schon fast egal. Hauptsache, man tut es.“
Hier könnt Ihr mit Eurer Spende den Meeresschutz weltweit vorantreiben und das Projekt unterstützen


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