© Stiftung Pro Asyl e.V.

20. Juni 2018 Weltflüchtlingstag | Zwei wichtige Fakten gegen Vorurteile

Seit dem 20. Juni 2001 findet jährlich der Weltflüchtlingstag statt. Dieser Tag wurde von der UNHCR ins Leben gerufen, um die besondere Stärke, den Mut und die Widerstandsfähigkeit zu würdigen, die Geflüchtete, Binnenvertriebene und Staatenlose täglich aufbringen müssen. 

Die Solidarität mit Geflüchteten in Deutschland ist heute so groß wie nie zuvor. Viele Menschen stellen sich rassistischer Stimmungsmache entgegen. Um sie zu unterstützen hat Pro Asyl e.V. einige Argumente und Fakten für eine sachliche Diskussion zusammengetragen. Auf Musik Bewegt stellen wir heute zwei dieser Fakten vor.


© Emilio Morenatti

1. Europa kann doch nicht die ganze Welt aufnehmen!?

Aber: Nur ein Bruchteil der geflüchteten Menschen kommt in die EU.

Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) sind weltweit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht – mehr als am Ende des Zweiten Weltkrieges!

Davon haben fast zwei Drittel nicht einmal die eigenen Staatsgrenzen überwunden; 86 % der Geflüchteten weltweit leben in Entwicklungsländern. Die allerwenigsten erreichen Europa – weil sie in der Region bleiben wollen und auf baldige Rückkehrchancen hoffen oder weil sie schlicht keine Möglichkeit haben nach Europa zu kommen.

Im ersten Halbjahr 2016 mussten über drei Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, im gesamten Jahr 2016 überquerten rund 360.000 Flüchtlinge das Mittelmeer. Wir in Europa stehen also keineswegs vor dem Problem, dass gefühlt alle Flüchtlinge der Welt bei uns Schutz suchen.

Vor einer deutlich größeren Herausforderung stehen die Nachbarstaaten von Kriegs- und Krisengebieten, die in kurzer Zeit sehr viele Menschen aufnehmen, obwohl sie oft selbst wirtschaftlich oder politisch instabil sind. 

 

2. Unser Asylrecht kann die Probleme der Welt nicht lösen!?

Aber: Wir sind mitverantwortlich für die Bedingungen, die Menschen in die Flucht treiben.

Selbstverständlich ist die Politik der westlichen Industriestaaten nicht an allem Schuld. Aber es ist nicht zu leugnen, dass in dieser Welt, in der global gehandelt und Politik gemacht wird, die westlichen Gesellschaften mitverantwortlich sind für fluchtauslösende Entwicklungen weltweit.

Europäische Regierungen haben sich an Kriegen beteiligt sowie durch Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete Konflikte angeheizt, die katastrophale Folgen hatten. Europäische Firmen liefern Waffen an in den Syrienkrieg verstrickte Regionalmächte – zum Beispiel an das Gewaltregime Saudi-Arabiens.

Deutschlands NATO-Partner Türkei führt im Südosten Krieg gegen die eigene Zivilbevölkerung und will seine Einflusszone in Syrien ausdehnen. Der militärische Sturz des Diktators Saddam Hussein im Irak führte zur Fragmentierung des Landes und hat langfristig zum Entstehen des sogenannten „Islamischen Staates“ beigetragen.

In der Wirtschaft machen Industriestaaten Geschäfte zum eigenen Vorteil bzw. im Interesse der Großkonzerne. Auf Druck europäischer Regierungen hin wurden und werden die Märkte vieler afrikanischer Staaten liberalisiert. Dadurch kann zum Beispiel Tomatenmark aus der EU bei niedrigen Einfuhrzöllen nach Ghana exportiert und dort wiederum sehr billig verkauft werden, weil die Agrarproduktion in der EU subventioniert wird. Die Folge: Tomatenbauern vor Ort, die preislich nicht mithalten können, verlieren ihre Existenzgrundlage. Einige sehen sich schließlich gezwungen, etwa nach Italien zu gehen – und pflücken dort oft unter katastrophalen Arbeitsbedingungen jene Tomaten, die in Ghana zum Preisverfall beitragen.

Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen ist richtig. Doch wer glaubt, wir EuropäerInnen hätten damit nichts zu tun, irrt. Wir brauchen eine konsequentere Menschenrechts-, Umwelt-, Handels- und Agrarpolitik.

(Quelle Stiftung Pro Asyl e.V. - Fakten gegen Vorurteile)

 

Angesichts der größten Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg ist es heute dringender als je zuvor, in Deutschland und Europa für Geflüchtete einzutreten. 

Die Mission des Vereins PRO ASYL ist es, geflüchtete Menschen zu unterstützen. Denn wer alles verloren hat und vor Verfolgung, Terror und Gewalt flieht, hat ein Recht auf Hilfe und Solidarität.  Auf Musik Bewegt machen sich beispielsweise die Bands Die Ärzte und Itchy gemeinsam für PRO ASYL stark.

 

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