© Christoph Sawadogo

21. Mai 2018 Welttag der kulturellen Vielfalt | Ein Interview mit dem Team vom Operndorf Afrika über ihre Arbeit

Am 21. Mai ist "Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung", der 2002 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNESCO) ausgerufen wurde. An diesem Tag zeigen KünstlerInnen und Kulturschaffende weltweit, wie kulturelle Vielfalt nachhaltige Entwicklung und interkulturellen Dialog fördert. Musik Bewegt hat hierzu ein Interview mit dem Team vom Operndorf Afrika geführt, die uns von der Arbeit vom Operndorf und ihren letzten Besuch in Burkina Faso erzählt.

Wie Menschen unterschiedlicher Herkunft über die Kunst miteinander in Austausch kommen, zeigt das Operndorf Afrika in Burkina Faso/Westafrika. Das internationale Kunstprojekt geht auf die Idee des deutschen Künstlers Christoph Schlingensief (1960-2010) zurück – er selbst bezeichnete es als "sein wichtigstes Projekt".

Seit 2009 manifestiert sich das Operndorf Afrika als Plattform für interkulturelle Austauschprogramme und relevante postkoloniale Diskurse, die ein neues und differenziertes Bild von Afrika sichtbar macht.

Eingebettet ist der Austausch in die Alltagswirklichkeit eines neu entstehenden Dorfes, ca. 30 km entfernt von Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos. Das Projekt soll mittelfristig in die Souveränität seiner Bewohner übergehen.

 

„Das Operndorf ist keine Hilfsorganisation, kein Entwicklungshilfeprojekt! Wir werden keine Leute erlösen, weder in Europa noch in Burkina Faso.“

Christoph Schlingensief

Wir von Musik Bewegt haben mit Tatjana Scheikert von der Festspielhaus Afrika gGmbH gesprochen, die uns Einblick in das künstlerische Programm des Operndorfs in Burkina Faso gibt.

 

Woran arbeitet Ihr gerade?

Im Moment sind wir dabei unsere neue Bibliothek einzurichten. Durch viele private Bücherspenden konnten wir bereits knapp 400 Bücher ins Operndorf bringen, die nun durch einen Medienraum mit Laptops ergänzt werden soll. Das Angebot soll sich neben den Schulkindern auch besonders an die Kinder und Jugendliche aus der Umgebung des Operndorf Afrikas richten.

 

Welche Projekte konnten im Jahr 2017 und zu Beginn diesen Jahres von den Spenden umgesetzt und realisiert werden?

In 2017 konnten viele Workshops und Veranstaltungen mit burkinischen KünstlerInnen durch die Spenden, zur finanziellen Unterstützung des Kulturprogramms und außerschulischen Angebots, für die Schülerinnen und Schüler der Operndorf Schule angeboten werden.

Im Januar 2017 starteten wir mit einen 3-tägigen Workshop für die SchülerInnen der Operndorf Schule mit dem renommierten Geschichtenerzähler KPG. Während des Workshops erlernten die Kinder verschiedene sprachliche Ausdrucksfähigkeit und entwickelten eigene Geschichten, die sie gemeinsam mit KPG am Ende der Workshoptage vor einem Publikum präsentierten.

 

Welche Musiker haben 2017 Workshops im Operndorf gegeben?

Der Musiker Patrick Kabré kam im Frühjahr und Herbst ins Operndorf Afrika, um einen Musik-Workshop mit den Kindern der Schule sowie Jugendlichen aus der Umgebung zu machen. In den jeweils 4-tägigen Workshops lernten die Kindern von Patrick Kabré verschiedenste Instrumente und schrieben eigene Songs. Am Ende folgte jeweils ein großes Abschiedskonzert vor den Eltern und Geschwistern, beziehungsweise der Community um das Operndorf Afrika.

 

Wie steht es im Bereich Theater und Film? Konntet Ihr 2017 für die Kinder und Jugendlichen auch Workshops in diesen Bereich anbieten?

Im Februar 2017 waren Johannes und Florian Volkmann vom Papiertheater zwei Wochen mit dem Projekt DIE KONFERENZ DER KINDER zu Gast im Operndorf Afrika. Während des Workshops gestaltete jedes Kind sein eigenes Buch, das am Ende mit Mitteln des Papiertheaters und filmischer Begleitung präsentiert wurde.

Der Künstler Per Schumann und die Film-Cutterin Juilette Gaubert arbeiteten im Operndorf mit den SchülernInnen neben einem Filmprojekt an einer Serie von groß- und kleinformatigen Kugelschreiber-Zeichnungen.

 

Welche Projekte sind für 2018 im Operndorf geplant?

Neben der Fortführung des regulären Kunst- und Kulturprogramms im Operndorf Afrika werden wir im Herbst 2018, in Kooperation mit dem Goethe Institut und dem African Bass Cultures Festival, in das neue Schuljahr starten.

Zu diesem Anlass werden ebenfalls die Artist-in-Residence KünstlerInnen aus 2017 (Claus Föttinger, Jeannette Mohr und Mouhamadou Moustapha Dio) erneut ins Operndorf kommen, um feierlich die Bar3000 zu eröffnen. Gleichzeitig wird es eine Übergabe an die diesjährigen Artist-in-Residence KünstlerInnen (Meisterklasse Thomas Zipp UdK Berlin und Raphael und Jonathan Dembele aus Mali) geben.

 

Wie kann jeder Einzelne das Operndorf unterstützen?

Wir haben noch viel vor und brauchen dafür Ihre Unterstützung!

Neben der Spende über Musik Bewegt gibt es auch die Möglichkeit der Mitgliedschaft: Als Fördermitglied unterstützen Sie uns dauerhaft und schenken uns damit Ihr Vertrauen. Uns gibt Ihre Mitgliedschaft die Möglichkeit voraus zu denken und zu planen, damit helfen Sie uns konkret bei der Projektbegleitung, und bei der notwendigen Verwaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Projekte. 

„Das Operndorf ist ein Projekt, das Hoffnung weckt – Hoffnung darauf, dass es ein Verhältnis zwischen Europa und Afrika geben kann, welches auf Gegenseitigkeit und nicht auf Dominanz beruht. Hoffnung darauf, dass Kultur zur Entwicklung von Kindern und der Entwicklung eines Landes beitragen kann. Das Operndorf ist ein Hoffnungsdorf.“

Horst Köhler – Bundespräsident a.D. und Schirmherr des Operndorf Afrika

 

UNTERSTÜTZE HIER GEMEINSAM MIT HERBERT GRÖNEMEYER DAS PROJEKT FORTFÜHRUNG DES KULTURPROGRAMMS IM OPERNDORF AFRIKA DER FESTSPIELHAUS AFRIKA GGMBH MIT EINER SPENDE AUF MUSIK BEWEGT.


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